Text: Gina Käding & Fotos: Athenea Diapoulis

So richtig kann es Frank Methien selbst nicht fassen. Was 2009 als Hobby begann, hat sich mittlerweile zu einer echten Kultmarke entwickelt. Seine Kölner Imkerei Bienwerk steht für Regionalität, Qualität und vor allem natürlich: Für leckeren Honig von echt kölschen Bienen.

„Die Imkerei selbst hat mich immer interessiert, ich fand das sehr spannend“, erzählt Frank von seinen Anfängen. „Mir war aber nie klar, dass das auch in der Stadt funktionieren kann - und das sogar sehr gut.“

Durch einen Zufall kam er in Kontakt mit Stadtimkern und war sofort Feuer und Flamme. Doch was hat ihn so sehr an der Imkerei gereizt?

„Erstmal hat das Arbeiten etwas sehr beruhigendes. Es ist ein schöner Ausgleich zu meinem eigentlichen Beruf als Feuerwehrmann. Zudem nähert man sich der Natur wieder an. Man arbeitet ja mit einem Lebewesen und man muss überhaupt erstmal lernen, wie eine Biene eigentlich funktioniert. Dazu gehört auch ganz eng die Frage, wie denn die Natur im Allgemeinen funktioniert. Das eine bedingt das andere.“

Mittlerweile wollen auch Feinkostläden und Gastronome den Bienwerk Honig in ihr Sortiment aufnehmen.

Der Enthusiasmus war am Anfang da, doch auch, nachdem er begann, Kurse beim Imkerverein zu belegen und sich seine erste Ausrüstung anzuschaffen, blieben viele Frage offen. „Das eine ist die Theorie, die Praxis ist aber oftmals noch etwas ganz anderes.“ Erst mithilfe eines Paten lernte er, mit seinen Bienen zu arbeiten, sich um seine Völker zu kümmern, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Die Imkerei ist ein weites, und oftmals recht komplexes Feld.

„Man lernt nie aus. Ich würde mir auch nach so vielen Jahren niemals anmaßen, zu behaupten, dass ich Imker bin. Schließlich ist das ein ganzer Berufszweig. Stattdessen würde ich lieben sagen, dass ich ein Feuerwehrmann bin, der imkert.“

Die Nachfrage an Franks Honig ist in den vergangenen Monaten extrem gestiegen. Auch große Gastronomieketten und Feinkostläden wollen echten Bienwerk Honig in ihr Sortiment aufnehmen. Aus dem Grund hat er mittlerweile begonnen, weitere Kölner Imker ins Boot zu holen, um die Nachfrage erfüllen zu können. „Eigentlich wollte ich genau das nicht, es sollte ja ein Hobby sein“, erzählt er lachend. Doch natürlich ist er vor allem wahnsinnig stolz auf das, was er bisher geschaffen hat.

Was bei Bienwerk sogleich ins Auge fällt, ist das liebevolle Design. Von Anfang hat Frank sich viele Gedanken gemacht, wie er die Marke visuell gestalten möchte.

„Ich würde behaupten, dass ich eine gewisse Kreativität in mir trage, die ich in meinem Beruf gar nicht ausleben kann. Und da ist das Design von Bienwerk eben das Ventil.“

Gemeinsam mit dem Grafikdesigner Duo Kikisoso setzte er seine Ideen um - und kreierte ein echtes Hingucker-Glas, dem man die Liebe fürs Detail ansieht.

Ein guter Honig ist Geschmacksache - schön verpackt sein darf er aber in jedem Fall.

„Nimm zum Beispiel mal das Frischesiegel“, sagt Frank und wendet das Glas in der Hand hin und her. „Es ist dafür da, um dem Kunden zu signalisieren, dass noch niemand daran herum geschraubt hat. Aber diese Klebeetiketten fand ich einfach nicht schön.“ Irgendwann stolperte er online über die Idee, das Glas stattdessen mit einem Faden zu versehen. „Da saß ich dann wochenlang neben meiner Frau abends auf der Couch und habe geflucht. Ich bin fast irre geworden bei dem Versuch, herauszufinden, wie man den Faden am Besten binden kann.“

Was macht denn eigentlich den perfekten Honig aus? „Das ist vor allem Geschmackssache“, weiß der imkernde Feuerwehrmann. Es gibt gute Gründe, sich für den lokalen Honig zu entscheiden und nicht für den, der aus China oder Südamerika in den Supermarkt geliefert wurde: „Das bedeutet, dass die Bienen ihre Leistung hier bei uns vor Ort erbracht haben und unsere heimischen Pflanzen bestäuben.“

Rund 15 Völker besitzt Frank, die in guten Jahren bis zu 500 Liter Honig produzieren

Honig ist übrigens nicht gleich Honig. Ja nach Pflanzenart, die bestäubt wurde, und je nachdem zu welchem Zeitpunkt des Sommers der Honig produziert wurde, wird sein Geschmack beeinflusst - und kann von süß bis hin zu würzig reichen.

„Aber das ist ja gerade das Schöne daran, obwohl die Industrie immer behauptet, dass die Leute stets dasselbe wollen“, sagt Frank. „Bei mir muss man sich darauf einstellen, dass der Honig immer ein wenig anders schmecken wird.“

In guten Jahren produzieren seine 15 Völker bis zu 500 Liter Honig, die er dann rund ums Jahr nach Bedarf abfüllt. Wie viele Bienen hat er denn eigentlich mittlerweile? „Das kommt so ein bisschen darauf an. Im Winter sind es circa 5000 bis 6000 Bienen, im Sommer können es bis zu 30 000 pro Volk werden.“ Diese betreut er an verschiedenen Standpunkten in Köln - etwa auf dem Dach des Törtchen Törtchen, im Park um die Ecke und im Garten des Erzbistums Köln.

Er freut sich, dass das Interesse an der Imkerei in den letzten Jahren wieder mehr gestiegen ist und betreut mittlerweile selbst viele Jungimker:

„Eigentlich hat die Tätigkeit an sich etwas eigenbrötlerisches, viele Imker sind berufstätig und haben einfach nicht die Zeit. Ich habe schon oft angeboten, dass Leute dazu kommen können, Fragen stellen. Am Anfang war niemand da, mittlerweile sind wir manchmal 20, 30 Leute. Ich finde es toll, dass es in den letzten zwei Jahren so eine große Dynamik bekommen hat!“


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